Es Weihnachtet sehr bei Herrn Sloterdijk

Die NZZ schreibt „Über Peter Sloterdijks neue Theopoetik:“

„Das Buch endet mit einem Plädoyer, nicht für die Abschaffung, sondern für die «überraschende, erhebende, skandalöse Nutzlosigkeit» der Religion in der säkularen Gesellschaft. «Was von den historischen Religionen bleibt, sind Schriften, Gesten, Klangwelten, die noch den einzelnen unserer Tage gelegentlich helfen, sich mit aufgehobenen Formeln auf die Verlegenheit ihres einzigartigen Daseins zu beziehen. Das Übrige ist Anhänglichkeit, begleitet vom Verlangen nach Teilhabe.»

„Dieser schlechthin perfekten Formel ist nichts hinzuzufügen, ausser vielleicht, dass ein Bewusstseinszustand, der solch ein Buch hervorbringen kann – so heiter gelassen, so freundlich gegenüber Gemütsverfassungen, die er als überwunden erkennt –, vielleicht wirklich das letzte Stadium auf dem langen Weg der Aufklärung ist: nicht die Bekämpfung der Religion, wie sie Voltaire und Diderot noch vorschweben musste, sondern deren spöttische, fröhliche Wertschätzung als faszinierendes Relikt. Erst wenn so etwas möglich ist, ist Gott wirklich tot. Und bei Gott, das wäre keine schlechte Nachricht.“

https://www.nzz.ch/feuilleton/sloterdijk-setzt-einen-heiteren-schlusspunkt-hinter-die-religion-ld.1592210

Kommentar:

Herr Sloterdijk findet es völlig unerklärlich, dass an Universitäten theologische Fakultäten existieren.

„Warum dann nicht auch Alchemie, Drachenkunde oder Astrologie…?“

Die Frage finde ich gut. Sie ist jedoch sehr einfach zu beantworten:

Alchimie gibt es weltweit als unter dem Namen Pharmakologie und moderne wissenschaftliche Medizin. Nur ist nicht jedem Philosophen deutlich, dass es sich dabei um eine moderne Form der Alchemie handelt.

Das wurde in diesem Blog jedoch schon oft genug erläutert.

Und ob es wirklich gut wäre die Theologie und über mehr als 2000-jährige Schriftgelehrsamkeit durch das Wissen eines einzelnen Philosophen zu ersetzen ist auch sehr fragwürdig.

Die Priester und Erzähler der biblischen Geschichten blicken auf 2000 Jahre Erfahrung der Menschheit mit der Sinnlosigkeit des Lebens zurück.

Als ich jung war wurde uns von unseren Lehrern erklärt, dass wir den Sinn des Lebens in einer Ideologie der Ismen-Art zu sehen hätten. Dazu boten sie uns die Ideologie des Kommunismus oder des Kapitalismus an.

Jetzt wo ich alt bin, weiß ich, dass jede Ideologie zur Sinnlosigkeit des Lebens führt.

Wenn Gott nun wirklich tot wäre, würden wir ausschließlich die Sinnlosigkeit des Lebens in Form von selbst gewählten Ideologien wählen.

Wenn wir Gott bekämpfen, so vernichten wir letztlich ausschließlich uns selbst.

Das soll natürlich nicht heißen, dass wir einen alten grauen Mann mit langem Bart oder eine alte Frau ohne Bart als neuen Gott verehren sollten.

Wir sollten auch nicht alte Männer der Philosophie oder Naturwissenschaften mit oder ohne grauen Bart als neue Götter verehren.

Wir sollten stattdessen anerkennen, dass es einen Schöpfer gibt der weit über das den menschlichen Verstand hinaus tätig wird und nicht durch menschliche Dummheit zu ersetzen ist.

Davon hat Herr Sloterdijk leider nicht ein Wort geschrieben. Das wäre für mich jedoch der Startschuss für eine Wahre Philosophie und Menschenkunde.