Fehler Hahnemann 2. Teil

Bei akuten Krankheiten geht Hahnemann davon aus, dass die Lebenskraft durch die akute Krankheit verstimmt wird und diese Verstimmung homöopathisch zu beheben sei.

Wir wissen aus unseren Erfahrungen, dass die akute Krankheit keine Verstimmung der Lebenskraft darstellt, sondern eher eine Reaktion der Lebenskraft auf einen Reiz der Lebenskraft durch Ungleichgewichte im Organismus zu Bakterien, Viren oder zu den eigenen möglicher weise entarteten Zellen.

Das ist ein wichtiger Unterschied.
Die Aufrechterhaltung der Lebenskraft ist das vorrangige Ziel derselben.

Sie erhält sich selbst durch ihre Programme am Leben.

Wenn sie dazu nicht in der Lage ist stirbt der Organismus.
Zur Aufrechterhaltung der Lebenskraft dienen Überwachungsaufgaben im Organismus.

Es muss ein Gleichgewicht zu den Darmbakterien und anderen körperfremden Eiweißen hergestellt und überwacht werden.

Es müssen die körpereigenen Zellen auf ihr richtiges Funktionieren überwacht werden und bei Fehlfunktionen ausgesondert werden.
Wie das im Einzelnen funktioniert ist bisher nur sehr unzureichend bekannt.

Bekannt ist jedoch, dass diese Funktionen gestört werden können, eben auch durch fehlerhafte homöopathische Behandlung.
Wer als Homöopath diese Gefahr der Falschbehandlung nicht verstandene hat, sollte besser schulmedizinisch behandeln. Damit wird normalerweise nicht so stark in die Lebenskraft eingegriffen, wie mit Homöopathie.
Zum Verständnis die Thesen in Übersicht:

Hahnemann meint eine akute Krankheit sei eine Verstimmung der Lebenskraft.

Dem steht die alternativmedizinische Auffassung gegenüber, dass eine akute Krankheit die Neufindung eines Gleichgewichts zwischen Erreger und Abwehrsystems darstellt, also lebensnotwendig ist.

Hahnemann meint deshalb die akuten Krankheiten behandeln zu müssen.

Nach alternativmedizinischer Auffassung werden akute Krankheiten nur behandelt wenn sie über das normale ungefährliche Maß hinaus gehen.

Nach Hahnemann wird die Lebenskraft bei der Behandlung akuter Erkrankungen durch das homöopathische Mittel so verstimmt, dass es in der Gegenreaktion zur Heilung der akuten Krankheit kommt.

Nach alternativmedizinischer Auffassung wird durch das akute Mittel die Heilungsreaktion direkt beeinflusst und gesteuert, auch ohne das Simileprinzip und dabei auch unterdrückt.

Das kann die Selbstheilung unterbinden und gefährlich werden.

Von mir vorgeschlagene Versuche an Mäusen um diese Zusammenhänge wissenschaftlich zu erforschen wurden von WissHom als nicht von Interesse zurückgewiesen.

So bleibt der bisherige Zustand bestehen, dass Homöopathen zwar behandeln und ab und zu Erfolge haben. Die theoretische Basis ist jedoch so löchrig, dass die Homöopathie nicht als wissenschaftliche Heilmethode betrachtet werden kann, solange keine Grundlagenforschung statt findet. Und noch schlimmer, die zahlreichen Schädigungen durch Homöopathie werden von den Homöopathen nicht der Homöopathie zugerechnet.

Der Einwand, es gibt gefährliche akute Krankheiten, die in jedem Fall behandelt werden müssen wird von diesen Thesen nicht berührt. Dabei darf nicht übersehen werden, dass selbst ungefährliche akute Krankheiten durch ständige Unterdrückung der Heilungsreaktion zu gefährlichen Erkrankungen werden. Das rechtzeitige Training des Immunsystems durch akute Krankheiten gewährleistet den besten Schutz gegen aggressive akute Krankheiten, aber auch gegen aggressive chronische Krankheiten wie Krebs u.a.

Auch davon ist bei Hahnemann nicht die Rede.

Theoriebildung in der Homöopathie fehlerhaft

In Weiterbildung Homöopathie Bd. F S. 46 schreibt Herr Bleul: „Wer sich allerdings an die Grundregel hält, die gegenwärtige im Vordergrund stehende Krankheit in der Gesamtheit ihrer Symptome zu behandeln und die Arzneiwahl nicht mit Symptomen zu verquicken, die aktuelle nicht relevant sind, kann die oft verwirrenden Miasmen-Theorien vernachlässigen.“

Zuvor wird Herr Klunker als Kritiker der Miasmentheorie aufgeführt.

Im Lernziel wird dann jedoch ausgeführt:

„Die Hypothesen von Hahnemann und J. H. Allen zur Mischung der Miasmen kennen und ihre Bedeutung für die therapeutische Praxis einschätzen können.“

Diese Miasmentheorie muss heute als unwissenschaftlich zurück gewiesen werden.

Das erklärte Lernziel führt den jungen Arzt vom Problem der homöopathischen Behandlung weg.

Es geht nicht darum eine miasmatische Belastung zu erkennen oder die Gesamtheit der Symptome. Beides führt nicht zur Heilung einer chronischen Krankheit.

Gibt es denn dann überhaupt eine Möglichkeit chronische Krankheiten zu heilen?

Wie chronische Krankheiten durch die Natur geheilt werden, haben die alten Ärzte Hippokrates, Asklepios und Mesmer vorgeführt und zwar ohne jemals Homöopathie gelernt zu haben.

Mit Homöopathie sollten wir deshalb nicht hochtrabenden Spinnereien nachjagen, sondern uns an die naturgemäßen Heilungsregeln der alten Ärzte halten.

Das ist in der heutigen Theoriebildung ausgeklammert, wenn hinter Miasmen und Symptomen hinterher gejagt wird und jeder versucht den anderen mit Spinnereien zu übertreffen (Scholten, Sankaran).

So bleibt die Gesundheit der Patienten auf der Strecke.

Dazu muss ausgeführt werden, dass die Gesamtheit der Symptome, die angeblich erhoben werden sollen, bereits zu Hahnemann Zeiten überwiegend auf Placebosymptomen beruht. Die Erhebung von Placebosymptomen wie bei Herrn Scholten und Sankaran erhellt nicht das Wesen der chronischen Krankheit. Das führt bei Herrn Scholten allenfalls zu einer einfältigen psychologisierenden Erbauung über die eigene angenommene Genialität. Das ist im vorangehenden (Video) Beitrag gut erkennbar.

Das erste Ziel eines Arztes für Homöopathie muss darin bestehen die pathologischen Symptome eines homöopathischen Mittels am Gesunden zu prüfen in Form einer Arzneimittelprüfung.

Danach kann ich mich an die Aufgabe wagen die pathologischen Symptome des Patienten einschließlich der angeborenen pathologischen Symptome zu erfassen und mit Hilfe des zugegebener Maßen schwierig zu findenden heilkräftigen Mittels vorsichtig in die Richtung zu beeinflussen, wo dem Patienten etwas mehr Beschwerdefreiheit und ein längeres Leben möglich wird.

Die Annahme eines Miasmas geht davon aus, dass es eine Art von Ansteckung gibt, welche die Gesundheit beeinflussen würde und zu chronischen Krankheiten führt.

Mit unseren heutigen Erkenntnissen wissen wir, dass die Mehrheit der chronischen Krankheiten nicht durch Ansteckung, sondern durch Vererbung übertragen werden und nicht zu übersehen auch durch Impfungen und sonstige Unterdrückung von akuten Krankheiten begünstigt werden.

Die Miasmentheorie ist demzufolge nicht mehr zeitgemäß.

Die Gesamtheit der Symptome ist unbrauchbar, weil sie überwiegend auf Placeboprüfungssymptomen beruht. Der von Vithoulkas gepriesene angebliche Charakter homöopathischer Mittel existiert in der Realität nicht und ist weder beim Patienten noch beim Mittel erkennbar. Wenn er existieren würde, wäre er nicht verwertbar, da er nicht feststehend, sondern flexibel ist und von dem Erkrankungsstand ständig beeinflusst wird. Er lässt sich nicht zur Grundlage einer homöopathischen Behandlung machen.

Die in der Homöpatieausbildung gelehrten Ansätze sind nicht geeignet die Gesundheit des Patienten herzustellen.

Von den Gefahren für die Gesundheit durch diese Methoden habe ich bereits früher Ausführungen gemacht. Davon ist in der Homöopathieausbildung bis heute nicht die Rede.

Gesundheit geht von allein und kommt nicht wieder

Ich habe von meinen Patienten die Auffassung gehört, dass die Krankheiten von alleine kommen und von alleine gehen. Sie bräuchten demzufolge keine Behandlung.

Nur wenn ich mir das Ergebnis dieser Einstellung ansehe, stelle ich fest, dass genau diese Patienten immer kränker werden.

Wenn sie die Auffassung vertreten, Krankheiten kommen und gehen von alleine, dann kann sich das allenfalls auf harmlose körpereigene Infekte beziehen, welche die Funktion einer Heilungsreaktion haben.

Dazu habe ich mich bereits früher ausführlich geäußert.

Wenn sich chronische Krankheiten einstellen, dann trifft die Aussage nicht mehr zu, dass chronische Krankheiten alleine kommen und gehen.

Kommen schon, nur werden sie von Jahr zu Jahr immer bedrohlicher und verkürzen letztlich das Leben.

Wer die Möglichkeiten, die Hahnemann uns geschenkt hat, chronische Krankheiten zu behandeln, nicht ausreichend zeitig und vorbeugend nutzt, verschenkt diese Möglichkeit zum eigenen Nachteil.

Welche Schlussfolgerungen sollten wir daraus ziehen?

Chronische Krankheiten sind oftmals bereits in der Kindheit erkennbar, neigen jedoch zu jahrelanger Latenz. Sie zeigen sich dann oft erst in fortschreitenden Lebensphasen.

Wer gesund bleiben möchte muss diese latenten Krankheitsanlagen erkennen und vor dem eigentlichen Ausbruch bereits angemessen homöopathisch behandeln. Eine vorbeugende schulmedizinische Behandlung ist nicht bekannt und wird von den Krankenkassen auch nicht bezahlt.

Das bedeutet letztlich, dass ein hohes gesundes Alter nur aktiv erreichbar ist. Aktiv durch Sport, intakte Infektoszillation, Regulation der körpereigenen Zellüberwachung gegen Krebs, Stärkung der Lebenskraft und Abschwächung der Todesgene. Das lässt sich alles mit Homöopathie erreichen. Kriterium für einen ärztlichen Homöopathen muss die gesunde Verlängerung der Lebensspanne sein, nicht alleine das Freisein von Symptomen, wie im analysierten Geukensfall.

Wechselmethode nach C. Hering

Für alle die meinen Blog lesen und nicht wissen, wie nun eigentlich richtige Homöopathie auszusehen hat, kann ich hier auf einen Beitrag von Herrn C. Hering verweisen. Das Hahnemann Institut hat sich die Mühe gemacht und ihn ins Netz gestellt.

http://www.hahnemann.de/fileadmin/downloads/Newsletter/HIHD_Newsletter_12_2015_05.pdf

Hier ein Auszug:

„Mehr noch gehört hierher die Wiederholung eines Mittels im Wechsel mit einem Gegenmittel. Ich habe dies zuerst gelernt an colocynthis und zwar bei der Anwendung in dry-belly-ache, dieser berüchtigten westindischen Kolik. Alle Fälle, die mir vorgekommen sind, wurden schnell und dauernd geheilt und alle auf folgende Weise.“

Hering beschreibt die gängigen Auffassungen zur Wiederholung eines homöopathischen Mittels. Dabei kommt er auf die Methode der Wiederholung eines Mittels im Wechsel mit einem Gegenmittel.

Das erscheint aus meiner Erfahrung besonders wertvoll. Diese Methode scheint auch im Widerspruch zu stehen mit der Kentschen Einmittel-Dauer-Methode.

Diese Wechselmethode hat bei den Berliner Ärzten für Homöopathie teilweise zu erstauntem Kopfschütteln geführt, wenn ich sie angeordnet habe. Sie ist zwar bereits von Hering beschrieben, aber offensichtlich nicht so richtig bekannt.

Welchen Vorteil hat diese Methode und wann sollte sie angewendet werden?

Ich sehe den Vorteil in der Stärkung der Lebenskraft. Diese sollte frei beweglich oszillieren und nicht mit höchsten Potenzen nach Kent auf eine Richtung zum Erstarren gebracht werden, sofern die Lebenskraft nicht ausreicht gegen die Hochpotenz zu steuern.

Die Kentsche Methode der steigenden Potenzen kann bei starker Lebenskraft und jugendlichem Alter oft mit guten Erfolgen angewendet werden. Sie ist im jugendlichem Alter oft erforderlich, wenn angeborene Krankheiten behandelt werden müssen.

Wenn sich bereits chronische Krankheiten über einen längeren Zeitraum eingeschlichen haben, ist die Lebenskraft geschwächt. Dann ist der Heringsche Wechselmethode der Vorzug zu geben. Sie ist besser geeignet langfristige chronische Krankheiten zu heilen, als die Kentsche Einmittelmethode.

Bei der Wechselmethode schreibt Hering weiter:

„Die zweite Regel war: Sobald sich neue Symptome zeigten von einiger Bedeutung, musste sogleich ein anderes Mittel gegeben werden und zwar eins was besonders auch jenen neuen Zeichen mit entsprach.“

Er setzt sich mit allen Möglichkeiten auseinander und beschreibt die Vor- und Nachteile.

Ich möchte aus meiner Erfahrung das Gesetz der Potenz und der Wiederholung wie folgt formulieren:

Je jünger und gesünder der Patient, desto höher kann die Potenz gewählt werden. Dabei ist die Kentsche Einmittelmethode für einen Krankheitsfall möglich, aber nicht notwendig.

Je Älter und Kränker der Patient ist, desto niedriger und schwächer muss die Potenz gewählt werden. Extrem kranke Patienten sollte mit einer D2 behandelt werden, wenn das toxikologisch vertretbar ist. Dabei ist die Methode der Wahl die Zweimittelwechselmethode nach Hering.

Abgrenzung:

Die Geistheiler nach Scholten und Sankaran gehen vorrangig von psychischen Symptomen aus. Dabei werden meist Hochpotenzen in steigender Reihenfolge verabreicht. Es darf bezweifelt werden, dass bei Erkrankungen mit einer schweren Pathologie, wie sie C. Hering behandelte die Methoden nach Körbler, Scholten oder Sankara irgendwelche Heilerfolge bewirken könnten. Diese Methoden wären bei schweren Pathologien als gefährlich anzusehen.

Hinweis:

Die hier abgehandelten Sachverhalte dienen zur Information für Ärzte und sind nicht geeignet zu Patientenselbstdiagnose oder Selbstbehandlung.

Voodoo mit Simileprinzip aus der Homöopathie

„Was ist Voodoo?

Wenn Götter Menschen reiten, wenn Medizin und Magie zusammenwirken, wenn die Geister der Ahnen zu den Lebenden sprechen, dann ist Voodoo im Spiel. Etwa 60 Millionen Menschen auf der Welt sind Voodoosi. Die Religion hat sich mit den Sklavenschiffen der Kolonialherren über die Welt verbreitet. Der Ethnologe, Fotograf und Filmemacher Henning Christoph ist der Magie des schwarzen Kontinents seit fast 40 Jahren auf der Spur.“

Planet Wissen berichtet in der Sendung folgenden Fall (Min. 20):

Ein 19 jähriges Mädchen in Afrika wollte sterben, weil ihr Freund sie verlassen hatte. Sie entwickelte hohes Fieber, war in der Uniklinik, hatte kein Aids und die Ärzte hatte ihr vorhergesagt, sie werde sterben. Der Voodoopriester aus ihrem Dorf legte ein Orakel und sagte das Mädchen hätte einen Sterbewunsch. Darauf wurde ein Meter tiefes Grab ausgehoben. Das Mädchen bei einer Zeremonie in ein Lacken mit Kräutern eingenäht, ins Grab gelegt und mit Erde verschüttet.

Nachdem der Priester zwei Stunden geschlafen hatte wurde auf seine Anweisung das Grab geöffnet. Das Mädchen lebte. Es sagte mit leiser Stimme: „Ich habe den Tod gesehen, aber ich will nicht sterben.“

Sendung Planet Wissen

Das ist ein Beispiel für das Hahnemannsche Simileprinzip auch ohne Homöopathie.

Das Mädchen will sterben. Dann erfüllt der Priester ihren Wunsch scheinbar. Als es tatsächlich ans Sterben ging, sie bereits in der Grube eingeschüttet war, überlegt sie es sich anders und will leben.

Der Todeswunsch wurde nicht nach dem Contrariusprinzip unterdrückt, wie das schulmedizinisch üblich ist, sondern nach dem Simileprinzip nach Hahnemann weitgehend erfüllt.

Das ist das Geheimnis der Gesundheit.

In den westeuropäischen Gesellschaften wäre der Priester wegen Tötungsversuch eingesperrt worden. Ob die Methode für unsere Verhältnisse zu gefährlich ist, lässt sich aus der Schilderung nicht entnehmen.

Dem Psychiater, der diesem Mädchen Psychopharmaka verordnet hätte, wäre nichts passiert, selbst wenn die Psychopharmaka den Todeswunsch des Mädchens nicht aufgelöst hätten und Psychotherapie nicht angeschlagen hätte.

Hier liegt ein sehr schönes Beispiel für alternativmedizinische Heilung vor.

Warnhinweis: Das Beispiel ist aus Afrika ist nicht auf unsere Verhältnisse übertragbar. Nachahmung ist bei uns unter Strafe verboten.

 

einseitige Krankheiten

Hahnemann versteht unter den einseitigen Krankheiten, bei denen kaum Hauptsymptome zu erkennen sind und den Rest der Zufälle verdunkeln. Sie gehören normaler weise zu den chronischen Krankheiten (§ 173 Org. 6).

Das trifft besonders für die Geisteskrankheiten zu. Jedoch auch bei den Körnerkrankheiten ist die Geistesverfassung verändert (§ 210 Org. 6). In Anmerkung 125 beschreibt er, dass Körperkrankheiten auch die Gemütssymptome verändern.

An dieser Stelle ist anzumerken, dass der Gemüts- und Geisteszustand eines Patienten keinesfalls als statisch anzusehen ist. Er verändert sich mit dem Krankheitsfortschritt oder der Krankheitsbesserung. Die Auffassung einiger Gegenwartshomöopathen, welche die Meinung vertreten, dass ein homöopathisches Mittel einem bestimmten Charakter entsprechen würde, wurde bereits mit dieser Bemerkung Hahnemanns in Frage gestellt. Der Charakter ist eher als dynamische Reaktionsweise des Organismus anzusehen und nicht als Symptom einer bestehenden Krankheit.

Hahnemann sieht Psora als Ursache der chronischen Krankheiten an.

Dazu gehört nach seiner Auffassung ein Hautausschlag, dessen Beseitigung zu den einseitigen chronischen Krankheiten führen würde (Chron. Krankheiten Bd. 1, 99).

Im bereits früher vorgestellten Fall „Geukens und der Schnupfen“ wurde von mir ausgeführt, dass Herr Geukens einen Patienten jahrelang mit Rhus tox. behandelt hatte. Dieser entwickelte jedoch nach jahrelanger Behandlungsdauer einen Krebs.

Herr Geukens fragte sich dann wie kann das sein? Es war ordnungsgemäß behandelt, wieso kann er dann Krebs bekommen?

Der Krebs hätte nach seiner Auffassung nichts mit der homöopathischen Behandlung zu tun.

Aus der Theorie der einseitigen Krankheiten stellt sich der Fall so dar, dass durch die ständige Wiederholung des Rhus tox. der Schnupfen ausgeblieben ist. Das war als die Unterdrückung einer Heilungsreaktion durch das homöopathische Mittel anzusehen.

In der Folge bekamt der Patient nicht zufällig Krebs, sondern gesetzmäßig. Das ist von Herrn Geukens nicht thematisiert worden und ist auch bis heute den Hochpotenzlern nicht deutlich.

Der Fall wurde bereits letztes Jahr von mir für die AHZ ausgearbeitet und wartet auf die Veröffentlichung.

Krankheitsbegriff Hahnemann – Alternativmedizin

geistartige Wirkung:
heißt bei Hahnemann dynamische Wirkung, durch Berühren der
Nervenenden
bei den Geistheilern: Wirkung durch geistige Einflussnahme
Krankheit:
ist bei Hahnemann nicht ausreichend definiert als kranke
Menschen gesund zu machen.
bei den Geistheilern: Erfassen des Gefühlszustanden und der
emotionalen Ebene, sowie die Behandlung derselben
durch das angeblich passende homöopathische Mittel
Krankheit als Leiden der Lebenskraft (§ 7 Org. 6):
Die Gesamtheit der Symptome, als das Einzige, was wir von
der Krankheit erkennen können.
Dem steht die Auffassung der Geistheiler entgegen, dass die
Krankheit am Charakter des Menschen erkannt werden könnte.
Hebung oder Beseitigung aller Krankheitssymptome als Beseitigung der
Krankheit (§ 8 Org. 6)
Hier hat Hahnemann Widerspruch durch Hufeland: „Die Homöopathik kann die
Krankheitssymptome heben, aber die Krankheit bleibt.“ (Anm. 2 zu § 8)
Kommentar: Hier liegt ausnahmsweise Hufeland richtig:
Gerade die Behandlung mit Hochpotenzen erzeugt bei älteren Patienten einen
Zustand von Symptomfreiheit, die Krankheit des Krebses oder
sonstige Mängel an dynamischer Regulation wurden dabei jedoch
nicht beachtet, sodass der Patient u. U. sogar durch die hom. Behandlung
kränker gemacht wurde, als ohne.
Die Lebenskraft ist nach Auffassung von Hahnemann für die Selbsterhaltung
unabkömmlich ( §10 Org. 6).
Nach Auffassung der Geistheiler (Grams u. a.) ist die Lebenskraft heute überflüssig.
Das moderne Medizin nicht ohne Lebenskraft gedacht werden kann, ist
oft genug ausgeführt worden, worauf hier nur verwiesen wird.
Nur die krankhaft verstimmte Lebenskraft bringt die Krankheit hervor (§ 12 Org. 6)
Das Verschwinden aller Krankheitsäußerungen bringt angeblich die Integrität des Lebensprinzips
zurück.
Auch hier irrt Hahnemann. Das Auftreten von Krebserkrankungen kann nur als
ein Mangel an Integrität des Lebensprinzips angesehen werden,
oder als ein Mangel an dynamischer Lebensäußerungen.
Sollte Krebs heilbar sein, müsste zuerst dieser Mangel an Reaktionsfähigkeit
oder Mangel an dynamischer Lebensäußerungen behoben werden.
Der Heiler hätte die innere Veränderungen, die krankhafte Verstimmung des
Lebensprinzips aufzuheben und zu vernichten.
Gott habe so offenbart, was bei der Krankheit hinweg zunehmen sei.
Dem stehen die Erfahrungen aus der Krebsbehandlung entgegen, wo
dem Patienten keine Symptome wegzunehmen sind, da sie durch
Reaktionsstarre meist bereits nicht vorhanden sind, sondern
Symptome hinzuzufügen hätte, die Symptome, welche eine gesunde
Heilungsreaktion ermöglichen, um die bösartige Krankheit zu eliminieren.

Krankheit und Tod in Form der Hochpotenzen

Der Nachruf zum frühen Tod von Dr. Alfons Geukens des Haugh-Verlages liest sich so:

„Viel Arbeit, Verantwortung und familiäre Sorgen tragen sicherlich dazu bei, dass er erkrankt und sich selbst nicht mehr zu helfen weiß. Nach langem Leiden stirbt Dr. Alfons Geukens am 18.10.2010 in Leuven.

Noch wenige Monate zuvor, berichtet René Otter, der in Zusammenarbeit mit Bea Klein 2011 eine Materia-medica-Sammlung von Geukens herausgeben wird, habe er gehofft, bald wieder unterrichten zu können. Doch Frederik Schroyens schreibt in seiner Kondolenz: „The last time I spoke with him, he was sad that the remedy which always helped him, did not improve his current condition. Very quietly, he said: You know what that means, don’t you? It means that I am blowing my last candle.”

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0030-1257576

Herr Geukens war für die schnelle Wiederholung von Hochpotenzen ab C200 bekannt.

Diese Behandlungsmethode wird von mir seit langem als gefährlich kritisiert, wenn die Patienten das 50. Lebensjahr oder mehr erreicht haben.

Sie erzeugt durch die ständige Wiederholung des angeblichen „Konstitutionsmittels“ eine arzneiliche Kunstkrankheit, gegen welche die Lebenskraft ab dem genannten Alter nicht mehr ausreichend gegensteuern kann. Das führt zu einer Schwächung der Lebenskraft und zu vorzeitigem Tod.

Wenn homöopathische Behandlung überhaupt einen tieferen Sinn haben darf, dann kann das nicht die Freiheit von Symptomen, in Anlehnung an die Gesundheitsdefinition der WHO sein, sondern ein Leben mit verträglichen Symptomen, welche Gesundheitskrisen einschließt um langfristig die Lebenskraft zu stärken.

James Tyler Kent (* 31. März 1849 in Woodhull, New York; † 5. Juni 1916 in Sunnyside Orchard, Stevensville, Montana) war ein US-amerikanischer Arzt und Homöopath. 1897 entwickelte eine Art homöopathischer Typenlehre. Er beschreibt die Wirkung homöopathischer Mittel synonym mit dem Krankheitsbild. Der Patient braucht nicht Belladonna, sondern er ist Belladonna usw. (zitiert nach Wikipedia).

Nach Kents Auffassung ist die Grundursache aller Krankheiten des Menschen eine Ordnungsstörung im Inneren des menschlichen Organismus. Diese trete in Form verschiedener chronischer Krankheiten auf.

Vithoulkas arbeitet in besonderer Weise mit den sogenannten Essenzen der homöopathischen Arzneien, indem er meint, jede Arznei hätte eine gewisse Idee in sich, die sich durch das ganze Mittel ziehen würde.

Die verschiedenen Ansätze und Richtungen wurden von Buhnkale zusammen gestellt.

Buhnkale

Kent war der erste, der die Hochpotenzhomöopathie eingeführt hat, alle anderen haben sich daran orientiert.

Kent wusste zwar von der Gefährlichkeit der homöopathischen Mittelwirkung. Dass sie in der Lage ist die eigene Lebenskraft zu vermindern und damit das Leben zu verkürzen, ist allen Vertretern der Hochpotenzhomöopathie bis heute nicht bekannt und wird von ihnen bestritten. Deshalb möchte ich das an dieser Stelle ausdrücklich betonen.

Hering war der Erste, der die Bedeutung der Heilungsreaktion in der Homöopathie hervorgehoben hat. An dieser Stelle ist der wirkliche Fortschritt in der Homöopathie zu suchen, nicht in irgendwelchen geisterhaften Spukerscheinungen und Märchen über homöopathische Mittel, die durch keine AMP gestützt sind. Die richtige Anwendung der Homöopathie unter Beachtung der Heilungsreaktion nach C. Hering und F. A. Mesmer ist die einzige Möglichkeit die Lebenskraft zu stärken und ein langes Leben zu ermöglichen.

Um das Problem weiter zu erläutern: Es reicht nicht aus, wenn ich mit einer Hochpotenz in der Lage bin alle Beschwerden des Patienten erfolgreich weg zu behandeln.

Das hat schwere Nebenwirkungen: Die Lebenskraft kommt zum Erliegen. Bewiesen wird diese These durch das zu zeitige Ableben der Homöopathen, die sich auf diese Weise selbst behandelt haben. Sie entspricht jedoch auch meiner langjährigen Erfahrung. Studien dazu existieren wie immer nicht.

Merksatz: Je höher die Potenz und das Alter, desto geringer die voraussichtliche Lebensdauer.

Homöopathie ist also keine Zaubermedizin. Beschwerdefreiheit ist gut, wenn die Beschwerden behandlungsbedürftig sind. Im Laufe des Lebens schränkt die Lebenskraft die Reaktionsfähigkeit des Organismus soweit ein, dass Infekte immer seltener Auftreten.

Das wird nur verständlich, wenn ich den Infekt nicht als ein von außen in den Organismus eingedrungenen Erreger betrachte, sondern als Gleichgewicht des Organismus zu den körpereigenen Bakterien. Dann hat der fieberhafte Infekt auf einmal nicht die Aufgabe fremde Bakterien abzuwehren, sondern das körpereigene Abwehrsystem zu stärken und für ein besseres und symptomarmes Gleichgewicht zu sorgen. die richtige Behandlung muss demzufolge nicht in der Herstellung von Beschwerdefreiheit bestehen, sondern in der Herstellung von regelmäßigen Heilkrisen in Form einer Heilungsreaktion. Nur so ist gesund ein hohes Alter erreichbar.

Die Behandlungsweise der Hochpotenzler sieht die Bestimmung eines für den Menschen spezifisches homöopathisches Mittel vor, welche in immer höhere Potenz verabreicht wird. Das funktioniert bei jungen Menschen sehr gut, besonders wenn angeborene Krankheitsanlagen behandelt werden müssen. Das Abwehrsystem ist bei ihnen auch in der Lage ein neues und stabiles, symptomarmes Gleichgewicht zu erzielen.

Mit fortschreitendem Lebensalter wird diese Behandlungsmethode problematisch, da die Lebenskraft nachlässt. Wie dann besser behandelt werden sollte, führe ich später aus.

Herr Geukens hat richtig beschrieben, dass er seine letzte Kerze bläst, mit homöopathischen Hochpotenzen und damit seine natürliche dynamische Heilungsreaktion zum Erliegen gebracht hat.

Da die Hochpotenzbehandlung von den Kolleginnen und Kollegen nicht verstanden wird, schlage ich vor sie wegen der Gefährlichkeit nicht mehr zu praktizieren.

Andernfalls werden wohl noch einige Kerzen ausgeblasen, ohne dass die Verantwortlichen überhaupt das Ergebnis ihres Tuns zur Kenntnis nehmen.

alles Placebo? Oder was?

Die Esoteriker und Psychotherapeuten arbeiten vor allem mit dem Placeboeffekt. Diese Behandlungsmethode hat bei einigen Patienten eine gewisse Berechtigung. Eine nachhaltige gesundheitlich bessernde Wirkung ist dabei jedoch nicht zu erwarten.
Vertreter des Placeboeffektes sind Herr Sankaran und Herr Scholten. Beide haben sich von der Homöopathie Hahnemanns soweit entfernt, dass ihre Methoden nur noch bei psychisch auffälligen Patienten gelegentlich berechtigt sein könnte. Homöopathie ist eine Heilmethode der exakten Beobachtung des Patienten unter der Wirkung des homöopathischen Heilmittels, nicht jedoch der psychologisch erdachten Glaubensaussagen, wie bei den genannten Vertretern der Esoterik.
Einzelheiten der Diskussion sind vom Verlag Grundlagen und Praxis 2002 geführt und dokumentiert worden.
zur Diskussion:
Hahnemann hat selbst mit Placebos gearbeitet (vgl. § 281 Org. 6. Aufl.).
Das ändert jedoch nichts daran, dass er genau unterschieden hat zwischen der Mittelwirkung und dem Placebo. Er hat gewusst, dass nur das homöopathische Mittel die Prüfungssymptome erzeugt und nicht das Placebo. Demzufolge hat er das Placebo zwischen den homöopathischen Mitteln eingesetzt, um das Bedürfnis der Patienten nach einem Medikament zu erfüllen, jedoch in dem Bewusstsein der fehlenden arzneilichen Wirkung. Über die suggestive Wirkung des gesprochenen und verinnerlichten Wortes war er sich sehr wohl bewusst, auch über die geistartige Wirkung auf den gesamten Körper (vgl. § 281 Org. 6. Aufl.).

Zur Vertiefung der Hinweis auf Interview mit Prof. Dr. Robert Jütte zum Thema Verwendung von Placebos durch Hahnemann in AHZ 2013; 258 (2): 15.

Im selben Heft hat sich auch Frau Papsch mit der Verwendung von Placebo durch Hahnemann beschäftigt: AHZ 2013; (2): 16-26; S. 24, 3. Spalte.

In Anmerkung 1 zu § 282 Org. 6. Aufl. führt Hahnemann aus, dass Krankheiten nur dynamische Eingriffe in das Lebensprinzip darstellen, jedenfalls keine Materia peccans (fehlerhafter Stoff) zu Grunde liegt.

Die Autoren Elisabeth Ernst-Hieber und Steffen Hieber (S. 9), (Wirkt eine homöopathische Hochpotenz anders als ein Placebo?, Hippokratesverlag Stuttgart 1995) unterscheiden  vier Klassen von Placebo:
1. „Wahre“ Placebos, damit sind Substanzen ohne pharmakologische Wirkung gemeint, wie Kochsalzlösungen, Michzucker u.a.
2. „Pseudomedikamente“, dabei handelt es sich sehr wohl um Medikamente mit einer pharmakologischen Wirkung, jedoch sind diese Substanzen nicht für die spezifische Erkrankungen relevant: z. B. Aspirin bei Schwerhörigkeit oder einer Antibiotikagabe bei einer Viruserkrankung.
3. Die Verabreichung einer Substanz, die zwar für das jeweilige Leiden relevant wäre, aber in viel zu niedriger Dosierung gegeben wird, als dass ein Effekt auftreten könnte (z. B. Phytotherapeutika).
4. Psychotherapeutische, diagnostische oder operative Maßnahmen, bei denen es klar ersichtlich ist, dass sie keine Erfolge für die jeweilige Symptomatik erbringen können, fallen in diese vierte Kategorie. Hier wäre z. B. die chirurgisch durchgeführte Unterbindung der Arteria mammaria interna zur Behandlung der Angina pectoris zu nennen (Kuschinsky, 1975).
Wer nur die therapeutische Umgebung betrachtet stellt fest, dass diese bereits eine Erwartungshaltung bewirken kann, welche zur Heilung von Krankheiten beitragen kann. Das bleibt unbestritten.
Bestritten wird jedoch, dass die Gabe von homöopathischen Mitteln irgendetwas mit Placebos zu tun hat.

Sachgerechtes Kriterium
für die Placebowirkung wäre die Gabe von homöopathischem Mittel an einen Patienten oder Probanden im Vergleich mit reinem Milchzucker in der übereinstimmenden Unkenntnis der Gabe in beiden Fällen.
Solche Versuche wurden nach meiner Kenntnis noch nie durchgeführt.
Der Versuch analog Nash wäre dafür bestens geeignet und wurde im Blog früher beschrieben. Für jeden Homöopathen ist bei diesem Versuch deutlich klar, dass das Placebo keine Wirkung auf den Patienten ausübt, das homöopathische Mittel dagegen schon.

Was bei der Placebodiskussion völlig verkannt wird, ist die Fähigkeit des lebenden Organismus zur Selbstheilung.
Es wird von Medizinern unterstellt, dass Gesundheit das Ergebnis einer „medizinischen Behandlung“ sein muss.
Bevor die Frage untersucht wird, ob ein Medikament eine Krankheit bessert oder heilt, muss geklärt sein, wie der normale spontane Verlauf einer Krankheit aussieht.
Akute Krankheiten verlaufen schnell und heilen normaler weise spontan. Wenn der Körper keine Heilung bewirkt, enden sie mit dem Tod.
Ob ein Medikament die Krankheit bessert oder heilt lässt sich nur bei größeren Fallzahlen beurteilen.
Bei chronischen Krankheiten ist mit einem langsamen Verlauf zu rechnen. Wenn der Körper keine Heilung bewirkt, führen sie vor dem Tod zu Siechtum.
Um die Wirkung eines Medikamentes frei von Suggestiveinflüssen zu untersuchen, wäre es notwendig dem Probanden das Mittel ohne seine Kenntnis zu verabreichen.
Das könnte über Getränke oder Nahrungsmittel erfolgen. Weder der Arzt noch der Patient darf wissen, ob der Patient ein Medikament erhält.
Allein die Gabe von Zuckerkugeln ohne Wirkstoff (Placebo) hat eine Suggestionswirkung auf den Probanden und kann demzufolge nicht als wirkungslos angesehen werden.
Diese Aussage ist nicht spezifisch für Homöopathie, sondern genauso für Schulmedizinische Medikamente.
Der Wirkungsanteil, welcher auf Suggestion zurück zu führen ist, lässt sich mit den bisherigen Versuchsanordnungen nicht klären.
Es reicht nicht aus, wenn der Patient ein Medikament bekommt und zusammen mit dem Arzt im Unklaren gelassen wird, ob es sich um ein Placebo handelt. Es weiß dann zumindest, dass er möglicherweise medikamentös behandelt wird und entwickelt eine entsprechende Erwartungshaltung. Eine „wissenschaftliche“ Forschung muss den Patienten über die Einnahme eines Medikaments im Unklaren lassen, er darf genauso wenig wie der Arzt wissen, ob er ein Medikament erhält.
Dann lässt sich in einer Studien im Nachhinein unterscheiden,

ob beim Patienten eine Spontanheilung durch die Selbstheilungskräfte vorlag

ob weder eine Heilung, noch eine Verschlechterung der Erkrankung erfolgt ist,

ob die Krankheit in eine anderes Leiden umgewandelt wurde, also eine Verschlimmbesserung statt fand, oder

ob eine echte Heilung erfolgt ist.

Unter dem Titel „Medizin = Placebo“ setzen sich die Homöopathiekollegen mit der Frage Placebo auseinander.

http://www.informationen-zur-homoeopathie.de/?p=740
Untersucht wurde in der zugrunde liegenden Studie der wahrgenommene Schmerz bei der Behandlung mit Placebo.
Schmerzstudien sind generell für Placeboforschung ungeeignet.
Der Schmerz ist eine subjektive Wahrnehmung, die sich nicht objektivieren lässt. Für Placeboforschung dürfen nur objektiv nachmessbare Parameter zu grunde gelegt werden. Das ist zum Beispiel der Blutzucker (Diabetes) oder andere mit objektiven Methoden messbare Parameter. Placeboforschung, die sich mit dem subjektiven Schmerzempfinden auseinander setzt, ist bereits von der Erwartungshaltung des Patienten abhängig und kann nicht ernsthaft als Forschung bezeichnet werden, es sei denn man will die Erwartungshaltung des Patienten erforschen. Über die Wirksamkeit einer Therapie gibt sie jedenfalls keine zuverlässige Auskunft.
Bei der schulmedizinischen Placeboforschung geht es soweit unwissenschaftlich zu, dass sie nicht ernst genommen werden kann. Das gleiche trifft für die pharmakologische Forschung zu. Kriterien für die Unwissenschaftlichkeit der Pharmaforschung sind unten aufgeführt.
Der „wissenschaftliche“ Nachweis der Wirkung und der Notwendigkeit eines Medikamentes ist bisher in der Schulmedizin unzureichend.
– Es wird das Kriterium der Unwissenheit des Patienten verletzt, was heißt er darf nicht wissen ob er überhaupt behandelt wird,
– das Kriterium der Selbstheilung des Körpers wird als Option nicht berücksichtig, es wird nicht in die Bewertung einbezogen, ob ein Medikament bessert, heilt, verschlechtert (auch langfristig) oder die Selbstheilungskräfte tätig waren,
– das Kriterium Auswirkung einer Behandlung auf den gesamten Gesundheitszustand auf lange Sicht wird nicht untersucht (Beispiel Krebsentstehung durch Impfung oder Medikamente), dieser Vorwurf gilt für schul- und alternativmedizinische Behandlung gleichermaßen,
– das homöopathische Kriterium, dass eine Erkrankung zeitweilig geringfügig schlechter wird, damit langfristig eine Heilung eintreten kann, wird verletzt,
– kurzfristige Besserungen werden nicht auf ihre langfristige Verschlechterung der Krankheit untersucht (Beispiel: Cortisonmißbrauch, dauerhafte Verordnung von Medikamenten ohne weitere Kontrolle der Notwendigkeit).
– hinzu kommen Fälschungen von Beobachtungsergebnissen, suggestive Fragestellungen bei der Auswertung von Behandlungsergebnissen, Unterdrückung von ungünstigen Forschungsergebnissen, Bezahlung von „bewährten“ Ärzten die ungünstige Forschungsergebnisse nicht auswerten, keine Vergabe von Forschungsaufträgen an „kritischen“ Ärzte, die auch negative Ergebnisse dokumentieren,
– Formulierung von unsinnigen Gesundheitszielen als gewünschtes Ergebnis,
– Missbrauch der Marktmacht von Pharmafirmen um politisch Zwangsbehandlungen durchzusetzen (Beispiel: Impfpflicht ohne ausreichende Bedrohnungslage, Grippeschutzimpfung, Vogelgrippe ohne ausreichende Bedrohungslage),
– Fehlen von Vergleichsstudien schulmedizinisches Präparat im Vergleich mit geeigneten homöopathischen Mitteln (Sulfonylharnstoffe im Vergleich mit Syzygium jambolatum bei der Behandlung des Diabetes Typ II).
– Erfinden von Krankheiten, die früher nicht als Krankheit angesehen wurden, sondern als normale Lebensäußerungen (ADHS),
– letztlich fehlen geeignete unvoreingenommene Bewertungsgremien, die zu gleichen Anteilen mit Befürwortern und Gegnern einer bestimmten Therapieform besetzt sind und durch ihren Lebenslauf bewiesen haben, dass sie nicht durch Interessenverbände bezahlt wurden. Insbesondere ist nicht erkennbar, dass in pharmakologischen Gremien ein ausgebildeter und praktizierender homöopathischer Arzt einbezogen wird. Im Sinne der Wahrheitsfindung müsste eine strikt unabhängige unparteiische und aus verschiedenen Interessengruppen zusammen gesetzte Jury gebildet werden, die keinerlei Berührungspunkte zur Pharmalobby hat.

Die angebliche Placeboforschung im nachfolgend zitierten Beitrag bedient sich, entgegen den zuvor gemachten Aussagen, der Untersuchung von Schmerzen und und Beeinflussung durch die Erwartungshaltung des Probanden.

http://www.jneurosci.org/content/32/41/14051.full

Dazu muss zuerst einmal festgestellt warden, dass die Beeinflussung von Schmerzen nichts mit der Heilung von chronischen Krankheiten zu tun hat, mit denen wir Homöopathen standing konfrontiert warden.

Allein vom Bewußtsein und der Erwartungshaltung läßt sich der Schmerz beeinflussen. Zitat aus dem Beitrag:

„Most importantly, though, expectation of treatment outcome plays a crucial role in placebo analgesia (Benedetti et al., 2003).“

Diese Untersuchungen für die Wirkung des Placeboeffekts bei Homöopathie heran zu ziehen ist nicht möglich. Die Beeinflussung von Empfindungen und Gefühlen durch das gesprochene Wort bedarf keiner weiteren Erläuterung, führt jedoch normaler weise nicht zur Heilung.

Sicher kann einem Patienten eingeredet werden, wenn er an seine Gesundung glaubt, ist der Diabetes II bald geheilt. Es wird jedoch keine Untersuchung geben, die allein durch den Glauben an die Heilung feststellt, dass diese Patienten gesund werden.

Leider wird das Thema auch von Homöopathen oft vollständig mißverstanden, wenn sie sich dabei auf die „geistartige Wirkung“ der Homöopathie berufen, die nichts mit dem gesprochenen Wort zu tun hat, sondern mit der Art der Informationsverarbeitung des homöopathischen Mittels durch Übertragung auf die Nervenenden, sowie der geistartig wirksamen Lebenskraft, die sich auch wenig durch das gesprochene Wort zur Heilung von Krankheiten anleiten läßt, sondern eher durch das passende homöopathische Mittel.

Im weiteren Beitrag  „The Journal of Neuroscience, November 9, 2005 • 25(45):10390 –10402“  wird folgendes ausgeführt:

„The neurobiology of the placebo effect was born in 1978, when it
was shown that placebo analgesia could be blocked by the opioid
antagonist naloxone, which indicates an involvement of endogenous
opioids (Levine et al., 1978). By using this pharmacological
approach with naloxone, several other studies have confirmed
and extended this observation. For example, a placebo can reduce
pain by both opioid and non-opioid mechanisms (Colloca and
Benedetti, 2005) (Fig. 1). In the first case, placebo analgesia is
typically blocked by the opioid antagonist naloxone, whereas in
the second case it is not, depending on the procedure that is
applied to induce the placebo analgesic response. In an experimental
model of pain (Amanzio and Benedetti, 1999), the placebo
response could be blocked by naloxone if it was induced by
strong expectation cues, whereas if the expectation cues were
reduced, it was insensitive to naloxone. In the same study, if the
placebo response was obtained after exposure to opioid drugs, it
was naloxone reversible, whereas if it was obtained after exposure
to non-opioid drugs, it was naloxone insensitive. These data indicate
that opioid and non-opioid mechanisms come into play
under different circumstances. The placebo-activated endogenous
opioid systems have been shown to have a somatotopic
organization, because local naloxone-reversible placebo re-
Received Aug. 16, 2005; revised Sept. 29, 2005; accepted Oct. 3, 2005.“

http://www.jneurosci.org/content/25/45/10390.full.pdf+html

Auch hier haben wir den typischen Fall des Nichtverstehens des Placeboeffektes.

Der Placeboeffekt in Form des gesprochenen Wortes oder der Erwartungshaltung auf das Schmerzempfinden wird durch den Opioidantagonisten Naloxon aufgehoben.

Zitat: „a placebo can reduce
pain by both opioid and non-opioid mechanisms“

Dieser Effekt spielt in der Homöopathie jedoch keine Rolle.

Durch das homöopathische Mittel bewirkt eine Reaktion im Körper, welche sich nicht mit Naloxon aufheben läßt.

Zum Nachweis würde sich der Versuch analog Nash anbieten.

Den bisherigen Versuchen fehlt jede wissenschaftliche Logik.

Wenn ich vermute, dass der Placeboeffekt sowohl über das opiod-System, als auch über das Nicht-Opioid-System wirkt, sollte ich zuerst eingrenzen, was wo wie wirkt und nicht bei pauschalisierten Behauptungen stehen bleiben, alles sei Placebo.

Die Frage, wie das Nicht-Opioidsystem funktioniert, wird dabei nicht einmal ansatzweise diskutiert, könnte jedoch der Mechanismus sein, über den sämtliche Lebensvorgänge geistartig nach Hahnemann funktionieren. Da sie nicht erforscht sind, müssen die Pharmakologen die schwammige Fomumulierung verwenden: „non-opioid mechanisms“.

Damit ist die Placeboforschung nicht schlauer, als vor den Experimenten.

Es sollte also zuerst eine strengere Systematik eingeführt werden.

Welche Art Placeboeffekt soll untersucht werden?

Welcher Effekt soll als Placeboeffekt verstanden werden und welcher Effekt als Verumreaktion?

Was soll als Gesundheit und was als Krankheit verstanden werden ?

Welche Rolle spielen die natürlichen Reiz-Reaktions-Mechanismen des Organismus dabei?

Welche Rolle spielen Furcht und Vertrauen bei der Placeboforschung?

Hier sind grundlegende Definitionen unterlassen worden.

Die Schlussfolerungen:

„In conclusion, Atlas et al. (2012) have taken an important and overdue step in the investigation of the relationship between expectancy and opioid analgesia.                     They explicitly addressed the question whether expectancy interacts synergistically with opioidergic drug effects, or whether                     the effects are independent, i.e., of additive nature. The answer to this question will have a large impact on how drug effects                     are measured in RCTs. Thus their findings mark an important step toward a better understanding of how effects of expectancy                     and opioidergic drugs combine both at the behavioral and at the neurobiological level.“

http://www.jneurosci.org/content/32/41/14051.full

Die Thematik des Beitrages bezieht sich auf Analgesie im Zusammenhang mit dem Placeboeffekt, was ich für grundlegend ungeeignet halte den Wirkungsmechanismus der Homöopathie aufzuklären.

Als Zusammenfassung des gegenwärtigen Forschungstandes ist der Aufsatz von P. Enck, S. Zipfel und S. Klosterhalfen vom Springer Medizin Verlag 2009 DOI 10.1007/s00103-009-0849-x empfehlenswert.

Was der Wirkungsmechanismus über das Nicht-Opioid-System seien soll, wird nicht ausgeführt und ist auch nicht erforscht.

http://www.jneurosci.org/content/25/45/10390.full.pdf+html

Wenn ich nicht einmal weiß, wie der nicht-opioid-Placeboffekt funktioniert, besteht immerhin die theoretische Möglichkeit, dass es sich dabei um genau den Mechanismus handelt, den Hahnemann als den Wirkungsmechanismus über die Lebenskraft genannt hat, bzw. der nach meinen Vermutungen über das second-messenger-system die Lebensvorgänge reguliert. Da es sich dabei um unerforschtes Gebiet handelt, können dazu auch gar keine Aussagen gemacht werden.

Die Neurologen stellen weiter fest, dass der Placeboeffekt in Form des gesprochenen Wortes oder der Erwartungshaltung auf das Schmerzempfinden durch den Opioidantagonisten Naloxon aufgehoben werden kann, soweit er durch das Opioid-System erklärt werden kann.

Zitat: “a placebo can reduce
pain by both opioid and non-opioid mechanisms”

Dieser Effekt spielt in der Homöopathie jedoch keine Rolle.

Das homöopathische Mittel bewirkt eine Reaktion im Körper, welche sich nicht mit Naloxon aufheben lässt. Anderfalls wäre es möglich Doppelblindversuche einzusparen, indem den Patienten Naloxon verabreicht wird, um den Placeboeffekt auszuschalten.

Daraus läßt sich schlussfolgern, dass der Placeboeeffekt in keiner Weise geeignet ist die Homöopathie zu wiederlegen. Es ist schließlich nicht bekannt, wie der nichtopioid-mechanismus des Placeboeffektes funktioniert. Trotzdem wird er von den Neurologen als existent angesehen.

Zusammenfassung:

Die These Homöopathie=Placebo scheitert am Eingeständnis der Neurologen, dass es einen zweiten Wirkungsmechanismus für den Placeboeffekt gibt, welcher nicht über das Opioid-System funktioniert.

Danach gibt es eben einen weiteren Wirkungsmechanismus, das nicht opioid-System welcher geeignet ist homöopathische Mittelwirkung auch außerhalb des gesprochenen Wortes  im Sinne von Hahnemanns homöopathischen Mitteln zu erklären und welches nicht über suggestive Einflüsse wirkt.

Diese Differenzierung vermisse ich in Ihrem Blog vollständig., wäre für den hier erhobenen Anspruch der „Wissenschaftlichkeit“  jedoch unabdingbar.